Legal Highs: „Vermeintlich legal – am Gesetz vorbei zum Drogenrausch“

so lautete das Thema einer Veranstaltung die im Dezember von Sylvia Diermeier-Heß, seit Oktober 2015 neue Mitarbeiterin der KOJA, organisiert wurde. Es handelte sich hierbei um ein Fachgespräch zu diesem aktuellen Thema. Der kompetente Referent Philipp Bayer von Prop e. V. in Erding informierte über Konsumverhalten, Wirkung und Risiken von Legal Highs und stand anschließend für Fragen zur Verfügung.

„Legal Highs (auch Herbal Highs, Research Chemicals, neue psychoaktive Substanzen oder Badesalzdrogen) sind Drogen, die als Kräutermischungen, Lufterfrischer, Reiniger, Badesalze oder Ecstasy angeboten werden. (….)

Diese Produkte werden meist im Internet oder in Headshops beispielsweise unter den Namen Explosion oder Poppers angeboten. Sie enthalten häufig Rauschmittel, Stimulanzien oder ähnliche chemische Wirkstoffe, die auf den Verpackungen nicht ausgewiesen werden. Legal Highs werden zu Rauschzwecken konsumiert.

Bei den meisten Substanzen handelt es sich um so genannte „Experimentalchemie“ oder um zufällige Entwicklungen („Abfallprodukte aus der Arzneimittelforschung“).Es sind weder die genaue Wirkweise noch eventuelle Kurz- und Langzeitfolgen in irgendeiner Weise ausreichend dokumentiert. Auch ist der Reinheitsgrad der chemischen Wirkbestandteile nicht sichergestellt, sodass teilweise giftige Verunreinigungen und Prozesszwischenstufen der Herstellung enthalten sein können.“

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Legal_Highs)

 

 

„ …Legal Highs sind das absolut Härteste… - … das trifft einen wie ein Lastwagen… - … man ist komplett weggebeamt…“ das sind Berichte von Konsumenten die Philipp Bayer in seiner Tätigkeit als Suchtberater von Ihren Erfahrungen mit Legal Highs berichteten.

Konsumenten berichten über Nebenwirkungen wie Angstzustände, Kopfschmerzen, Übelkeit, Herzrasen, Kreislaufprobleme, Kreislaufversagen und Ohnmacht sowie über Vergiftungen, Wahnvorstellungen und Psychosen. Es sind Fallberichte bekannt, nach denen es nach dem Konsum von synthetischen "Badesalz-Drogen" zu schwersten psychotischen Angst- und Verwirrtheitszuständen mit unmittelbarer Selbstgefährdung und Gefährdung der Umwelt sowie lebensbedrohlichen Organschäden z.Bsp: akutem Nierenversagen, gekommen ist.

Die Drogen werden meist von jungen Menschen konsumiert, die sich durch das 100fache stärkere künstliche „Canabis“ angezogen fühlen. Für die meisten stellt der Konsum einen Horrortrip dar, der hinterher aber oft bagatellisiert und schön geredet wird, da das Suchtpotenzial immens groß ist und man schnell abhängig wird.

Leicht macht es den Konsumenten gerade die einfache Bestellung und Bezahlung über das Internet, so Philipp Bayer. Der Großteil der sogenannten „legalen Drogen“ kommt auch legal nach Hause. Strafrechtlich kann hier nicht interveniert werden, da Legal Highs nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fallen.

Erschreckend ist die Zahl der Drogentoten durch Legal Highs: Im Jahre 2014 starben 25 Menschen durch den Konsum dieser Substanzen. „Das sind 25 Menschen zu viel, für eine Substanz die man legal kaufen kann“, so Philipp Bayer!!!

Wichtig ist es für Fachkräfte, Eltern und Pädagogen wie immer, das Gespräch mit den Jugendlichen zu suchen, eine tragfähige Beziehung aufzubauen und ihnen Alternativen anzubieten. Entscheiden müssen sie selber, aber ein paar Hinweise schaden sicherlich nicht. 

 
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