Titel des Projekts:

Mittelstufenparty- „Wir machen uns breit.. mal anders !“


Kurzbeschreibung:

Eine Party ohne Alkohol scheint für viele Jugendliche und besonders für die meisten Erwachsenen unattraktiv und kaum vorstellbar, da die meisten denken, dass der Verzicht auf Alkohol im Folgeschluss eine langweilige Party bedeutet. Die Überlegung der Kommunalen Jugendarbeit war es  daher ein Partykonzept zusammen mit Jugendlichen zu entwickeln bei der Alkohol und Tabak abwesend sind, und bei der die Besucher und Veranstalter dennoch eine Menge Spaß haben.

Im Projekt „ Mittelstufenparty- wir machen uns breit, mal anders!“ wird von Jugendlichen aus einer Förderschule eine Party für andere Jugendliche auf dem Land organisiert und durchgeführt. Die Party wird ohne Alkohol und Tabak durchgeführt. Das Team wird von zwei bis vier pädagogischen Fachkräften, einem Mitglied eines Jugendkulturvereines und der Polizei begleitet und unterstützt. Die finanziellen Mittel stellt die Kommunale Jugendarbeit für den Landkreis Landshut. Projektleitung hat Katrin Schulz, Dipl. Soz. Pädagogin und Andy Stenzel vom Jugendkulturverein Adam und Ev.


Pädagogische Ansätze des Projektes:

Peer to Peer Ansatz, Projekt des erzieherischen Kinder und Jugendschutzes, Jugendkultur und Suchtprävention


Zielgruppe:

Jugendliche auf dem Land im Alter von 14 bis 17 Jahren


Projektlaufzeit:

Ca.  8  Monate, kann variieren


Projektpartner:

Leitung: Katrin Schulz, Dipl. Soz Päd, Kommunale Jugendarbeit für den Landkreis Landshut
Co Leitung: Andy Stenzel, Jugendkulturverein Adam und e.V.
Ruken Bulut, Präventionsfachkraft, Landshuter Netzwerk,
Polizeiinspektionen Nördlicher oder Südlicher Landkreis Landshut
JugendsozialarbeiterIn der jeweiligen Förderschulen
Offene Kinder- und Jugendarbeit vor Ort.


Finanzielle Unterstützung:

80 % der Kosten trägt die Kommunale Jugendarbeit , des Landkreises.
Weitere finanzielle Unterstützung bekommt das Projekt durch „HALT Projekt Bayern“, Alkoholprävention für Kinder und Jugendliche in Bayern
 und dem Suchtarbeitskreis Landshut e.V.


Genauere Projekt Beschreibung:

Ausgangssituation:

Jugendlichen unter 16 Jahren ist die Teilnahme an öffentlichen Tanzveranstaltungen in den meisten Fällen (Ausnahme nur Jugendschutzgesetz § 5 Abs. 2) nicht gestattet. Besonders auf dem Land, sind die Angebote für junge Menschen geringer als in der Stadt.  Ebenso ist es schwieriger Treffpunkte, Partys etc. zu erreichen ( mangelnde Mobilität, es fahren nicht viele Busse, besonders Abends nicht…).

Auf der anderen Seite stellen wir fest, dass es viele Zeltdiskos, Vereinsfeiern etc. gibt, die von Vereinen und Jugendverbänden veranstaltet werden. Hier kommt es immer wieder zu Verstößen, gegen das Jugendschutzgesetz, besonders durch die Abgabe von Alkohol an Minderjährige.
Um Jugendlichen eine Party anbieten zu können und hier auch die Jugendschutzauflagen zu 100 % zu beachten, wurde das Konzept der MSP (Mittelstufenparty) entwickelt.


Suchtprävention mit dem Party Team:

Jugendliche mit besonderem Förderbedarf werden als Partyteam rekrutiert und eingewiesen und planen und führen die Feier durch. Sie können in verschiedene Bereiche der Party hineinschnuppern (Einlaß, Deko, Security, DJ, Cocktailbar, Special Acts).

Zu Beginn des Projektes werden Jugendliche an den beiden Förderschulen im nördlichen und südlichen Landkreis gesucht, die an dem Partyprojekt mitarbeiten möchten. Mit diesem Team, aus ca. 20 Jugendlichen im Alter von 13-16 Jahren, werden sogenannte "Team Tage" im Jugendhaus Veitsbuch verbracht. Hier wird zwei Tage intensiv mit der Gruppe von Fachkräften aus der Kommunalen Jugendarbeit, und den Jugendsozialarbeiterinnen der Schulen zu den Themen Sucht, Alkohol, Tabak, Konsum, und eigene Lebenskompetenzen, gearbeitet. Ziel des 2 tägigen Seminars ist es, erstens die Gruppe zu formieren um so im Team gut arbeiten zu können, und zweitens mit den Jugendlichen verschiedene Einblicke in das Thema Partykultur und Konsum zu gewähren bzw. mit ihnen zu erarbeiten. Ein weiteres Ziel des Seminars ist es die Jugendlichen zu befähigen, den eigenen Konsum zu überdenken, bzw. zu reflektieren, sowie Chancen und Risiken des jeweiligen Verhaltens einschätzen zu lernen.

Nach dem zweitägigen Seminar wird noch jeweils ein sogenanntes Motiviation Treffen an der Schule durchgeführt. Hier geht es darum noch einmal die letzten Einzelheiten zu besprechen und die Jugendlichen gut auf die Party vorzubereiten.


Bausteine der Party:

Veranstalter der Ü 13 Party ist das Kreisjugendamt, Frau Katrin Schulz, von der Kommunalen Jugendarbeit ist die Projektleitung. Um der hohen Verantwortung , die hier das Amt übernimmt gerecht zu werden, gilt es im Vorhinein Sicherheitsstandards zu entwickeln und einzuhalten, die erstens das Vertrauen der Eltern gewinnen und die Zustimmung zum Ausgehen der Kinder erleichtern sollten ( z. Bsp: in Form von Namenslisten, wer wird von wem abgeholt, wer fährt mit dem Bus heim etc.… ).

Die Mobilität der Jugendlichen soll durch die Bereitstellung von Shuttlebussen gewährleistet sein, die die BesucherInnen am Abend der Party zur Veranstaltung und wieder zurückbringen.
Die Jugendlichen dürfen das Partygelände nicht verlassen. So wird dem sogenannten „Parkplatz Trinken“ bzw. „Zwischen- und Vorglühen, vorgebeugt. Es finden Taschenkontrollen statt.

Von dem  Präventionsbeamten der jeweiligen Polizeiinspektionen wird ein Stand mit Übungen mit einer Rauschbrille angeboten.
Von einer Präventionsfachkraft einer Suchthilfeeinrichtung wird ein Informationsstand am Abend der Party aufgebaut und betreut.
Die Jugendlichen können sich kostenlos von einer Friseuse und Stylisten stylen lassen.

Ein DJ wird für den Abend engagiert, der den Jugendlichen auch aus der lokalen Landshuter Partyszene bekannt ist.

Die“ Mobile Saftbar“ der Kommunalen Jugendarbeit wird von Jugendlichen betreut und schenkt kostengünstige verschiedene Alkoholfreie Cocktails aus.

Weitere Bausteine, wie Werbung, Öffentlichkeitsarbeit, Special Acts etc. werden mit dem jeweiligen Partyteam konzipiert und erarbeitet.
In den Gemeindeblättern derjenigen Gemeinden die auch der Shuttlebuss als Haltestelle in seiner Route hat, wird die Party mit einem Artikel durch die Kommunale Jugendarbeit beworben und über die Feier informiert. Hier ist uns wichtig auch die Eltern auf die Veranstaltung aufmerksam zu machen und Vertrauen und Transparenz zu schaffen, sowie den Gemeinden und BürgermeisterInnen eine Muster- Veranstaltung die den Jugendschutz ernst nimmt vor Augen zu führen, bzw. ihr Interesse dafür zu wecken.


Alkoholprävention konkret:

Die MSP stellt eine Maßnahme dar, die auf Veränderung im Verhalten von Jugendlichen abzielt, in diesem Fall den Besuch einer Diskoveranstaltung ohne dabei Alkohol oder Tabak zu konsumieren.

Verhältnisprävention steht für „ eine Strategie, die auf Kontrolle, Reduzierung und Beseitigung von Gesundheitsrisiken in den Umwelt- und Lebensbedingungen setzt“ ( Bauch, 2002) Jugendliche sollen die Möglichkeit haben in einer Umgebung zu feiern, in der nur das verkauft und konsumiert wird was sie auch konsumieren dürfen.

Die Kommunale Jugendarbeit möchte als „Ermöglicher“  und nicht als „Verbieter“ auftreten. Die Spielregeln sind klar  definiert und werden so auch den Besuchern und vorher über die Werbung kommuniziert.

Die Jugendlichen können Kontakt zum Präventionsbeamte oder zur Präventionsfachkraft am Infostand haben und sich mit diesen unterhalten und /oder vielleicht sogar beraten lassen.


Projektauswertung / Stand Februar 2013:

Das erste Projekt fand über 12 Monate hinweg statt.
An dem Projekt MSP 1 waren als Partyteam 12 Jugendliche aus einem der Südlichen Förderzentren beteiligt. Sie leisteten ca. 80 Stunden ehrenamtlich an Vor- und Nachbereitungszeit, sowie bei der Durchführung der Party. Es fanden fünf Vortreffen statt, so wie ein Nachtreffen. Die Jugendlichen äußerten sich als sehr positiv überrascht, dass man auch ohne Alkohol so eine „saucoole“ Party haben konnte. Sie fühlten sich persönlich aufgewertet durch den guten Besuch von SchülerInnen aus anderen Schulen bei „Ihrer“ Party. Das Selbstwertgefühl der einzelnen und die Gruppengemeinschaft, hat nach Rückmeldungen durch die Jugendsozialarbeiterin, sehr zugenommen.

Die Jugendsozialarbeiterin der Schule war mit an der Planung beteiligt, warb für das Projekt an der Schule und stellte ein gutes Bindeglied, zwischen der Kommunalen Jugendarbeit des Kreisjugendamtes Landshut und den SchülerInnen dar.

Bei der zweiten MSP waren 11 Jugendliche aus dem Förderzentrum des nördlichen Landkreises beteiligt. Sie engagierten sich insgesamt 85 Stunden an diesem Projekt. Dabei neu ist hier, das noch ein Nachbereitungsworkshop mit den Teamern durchgeführt wird von der Präventionsfachkraft der Kommunalen Jugendarbeit. Hier soll noch einmal gezielt reflektiert werden und das Thema „Alkohol und Feierkultur“ mit interaktiven Methoden aufgearbeitet werden.

Im nördlichen Landkreis brachte sich neben der Jugendsozialarbeiterin der Schule auch die Fachkraft aus der Offenen Kinder und Jugendarbeit mit ein bei dem Projekt.

Unser Ziel war es ein deutliches Profil zu zeigen und vorab verständlich die Regeln  der Zielgruppe zu kommunizieren ( siehe auch Flyer). Wir waren uns nicht sicher ob das Kreisjugendamt als Veranstalter womöglich eher abschreckend sein könnte, und/oder die Party durch den Ausschluss von Alkohol angenommen werden würde.

Ebenso waren die Einführung von One- Way- Tickets und das begrenzte Partygelände auch Faktoren die wir in ihrer „Attraktivität“ für die Zielgruppe nicht genau einschätzen konnten. Um aber einen möglichst sicheren und reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu gewährleisten und der Verantwortung für die minderjährigen Besucher gerecht zu werden , haben wir bei der Durchführung an diesen Regeln festgehalten. Ebenso wussten wir nicht wie die Shuttlebusse angenommen werden würden.

Bei der ersten MSP in Gundihausen kamen ca. 200 junge Menschen zum Feiern. Die Angebote wurden alle angenommen, die Stimmung war sehr gut, und es gab keinerlei negative Vorkommnisse weder in Bezug auf Alkoholmissbrauch noch auf Gewalt. Auch die Beratungsangebote wurden von mindestens 70 % der BesucherInnen angenommen. Die Shuttlebusse wurden von 80 % der Besucher genutzt.

Bei der zweiten MSP in Pfaffendorf kamen 80 junge Menschen zur Feier. Die Stimmung war wie bei der ersten Feier sehr gut. Warum im nördlichen Landkreis weniger Besucher kamen liegt wahrscheinlich u.a. am Nicht Erscheinen des Werbeartikels über die MSP, der in allen Gemeindeblättern des nördlichen Landkreises erscheinen sollte. Einige Gemeinden kamen der Bitte von Seiten der Kommunalen Jugendarbeit leider nicht nach, so konnten die Eltern nicht mit ins Boot geholt werden. Die Shuttlebusse wurden nur von 12 % der Besucher genutzt. Vielleicht war der Termin zu nahe an Weihnachten? Erst bei einer weiteren Veranstaltung 2013 kann eine genauere Evaluation erfolgen.

Aktuelle Termine

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